1 Theater im Keller - SPIELPLAN

DETAILINFOS:

Bachmann in Leningrad Katharina Tiwald

Bachmann in Leningrad

Regie: Alexander Kropsch

Premiere: 18.01.2022

Termine:

Mittwoch 02.02.2022 20 Uhr
Donnerstag 03.02.2022 20 Uhr
Freitag 04.02.2022 20 Uhr
Samstag 05.02.2022 20 Uhr


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Leider müssen wir die weiteren Vorstellungstermine von "Veza und Marlen" aus organisatorischen Gründen absagen.

mit: Petra Pauritsch (Ingeborg Bachmann), Eva Weutz (Olga Berggolz), Agnes Redl (Genia Quittner), Gerd Alois Wildbacher (Fritz Fuchs), Alfred Haidacher (Ernst Fischer)

Assistenz: Sophie Trogbacher
Technik: Peter Spall
Kostüme: Eva Weutz

  Um das Jahr 1970 lässt Katharina Tiwald (Lesetipp: ihr neuer Roman „Mit Elfriede durch die Hölle“) ihre fiktive Begegnung von Ingeborg Bachmann mit der russischen Dichterin Olga Berggolz, die während der Blockade von Leningrad im Radio zur Stimme der Stadt geworden war, stattfinden.

   Begleitet wird sie dabei von den österreichischen Kommunisten Fritz Fuchs, einem gutmütigen, ein wenig naiven Mann und Ernst Fischer, der nach dem Krieg in Österreich Unterrichtsminister gewesen und selbst als Dichter und Journalist hervorgetreten war.

   Fischer ist hier der Erzähler der fiktiven Begegnung: Zwei Jahre später berichtet er in Wien Genia Quittner, einer österreichischen Kommunistin, Staatswissenschaftlerin und Ökonomin, zu diesem Zeitpunkt aber schon desillusioniert aus der Partei ausgetreten, vom Treffen der Dichterinnen.

Quittner, die 1929 vor der Kommunistenverfolgung in Österreich nach Russland geflohen war, danach nach Österreich zurückgekehrt bildet mit Fischer gewissermaßen ein Gegengewicht zum naiven und starken, von Enthusiasmus geprägten Glauben an die kommunistische Sache bei Fritz Fuchs.

   Die beiden Handlungen laufen parallel und erzählen von Ideologie, enttäuschten Hoffnungen, aber vor allem von Poesie, Dichtung, vom Schreiben als Berufung. Das alles geschieht anhand der auch formal so verschiedenen Zugänge der Dichterinnen Bachmann und Berggolz zu ihrer literarischen Arbeit, anhand ihrer Gespräche, gebrochen durch die Sicht der beiden verschiedenen, eigentlich nur als Zuhörer und Übersetzer fungierenden männlichen Charaktere Fuchs und Fischer.

   Eine hochinteressante literarisch politische Betrachtung also, zu sehen im „kommunistischen“ Graz der Gegenwart (verfasst im Burgenland).

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